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By Wolf v. Engelhardt (auth.)

Die Petrographie pflegt allein die festen Mineralien zu betrachten, aus denen die Gesteine zusammengesetzt sind, und nur gelegentlich die Flüssigkeiten und Gase zu erwähnen, die sich in ihnen finden. Diese Beschränkung ist für die meta­ morphen und die meisten magmatischen Gesteine berechtigt, die quickly ausschließ­ lich aus festen Mineralien bestehen, so daß die geringen Mengen eingeschlossener beweglicher Phasen - wenn guy von einigen Ausnahmen wie blasenreichen Laven absieht - weder für ihren Stoffbestand noch für ihre innere Struktur von wesentlicher Bedeutung sind. Ganz anders verhält es sich aber mit den Sediment­ gesteinen. Sie entstehen in der Mehrzahl so, daß sich einzelne feste Mineralteilchen aneinanderlagern, used to be niemals lückenlos erfolgen kann und daher zu Strukturen mit oft sehr erheblichem Porenraum führt. Auch alle Sedimente, die durch Kristallisation und Ausfällung entstehen, bilden Anlagerungsgefüge, die nicht notwendig porenfrei sind, zumal diese Vorgänge bei geringem Druck an der Erdo herfläche stattfinden. Die Sedimente bestehen daher im Augenblick ihrer Bildung zu einem wesent­ lichen Teil aus Porenraum, der zunächst mit dem Medium ihres Bildungsortes - Wasser oder Luft- angefüllt ist. Bei den Tonen als den porösesten Sedimenten kann der Porenraum eighty und mehr Prozent des Gesamtvolumens betragen, doch besteht auch bei den weniger porösen Sanden immer noch etwa forty% des Sediment­ volumens aus Hohlräumen. Der Volumanteil des Porenraums, seine Geometrie im einzelnen und die Zusammensetzung der Flüssigkeiten und Gase in ihm sind daher für die meisten Fragen der Sedimentpetrographie von großer Bedeutung.

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Nach Beobachtungen an cambrischen bis triassischen Sandsteinen gibt HEALD (1955) die folgende Reihenfolge für abnehmende Löslichkeit unter dem Einfluß des Druckes: Calcit, Quarz, Feldspat, Titanit mit Turmalin, Zirkon und Pyrit. Die Löslichkeit von Hämatit wird als etwa ebenso hoch wie die von Quarz und Feldspat angegeben, da primäre Hämatitüberzüge von Quarzkörnern an suturierten Lösungskontakten fehlen. Auf Grund der Abhängigkeit der Löslichkeit vom gerichteten Druck kann Mineralsubstanz der klastischen Komponenten in Bindemittel verwandelt werden, wobei nur eine Stoffverlagerung geschieht, aber keine neuen Mineralien gebildet werden.

In Sandsteinen der MississippiFormation von West-Virginia fand HEALD (1950) Alkalifeldspäte durch Calcit, Dolomit, Quarz und Kaolinit verdrängt; der Kaolinit bildet große plattige Aggregate im Porenraum. In diesen Fällen ist es deutlich, daß der klastische Feldspat in der Porenlösung aufgelöst wird und, genau wie bei der Verwitterung im Boden Kaolinit und Quarz als Neubildungen entstehen. Dabei muß sich Alkali in der Porenlösung anreichern, über dessen weiteres Schicksal nichts bekannt ist. In manchen Fällen zeigt auch der Vergleich mit der Mineralsubstanz benachbarter oder eingelagerter Tonschichten, daß in Sandsteinen vorkommender Kaolinit im Porenraum entstanden ist.

In diesen Fällen ist es deutlich, daß der klastische Feldspat in der Porenlösung aufgelöst wird und, genau wie bei der Verwitterung im Boden Kaolinit und Quarz als Neubildungen entstehen. Dabei muß sich Alkali in der Porenlösung anreichern, über dessen weiteres Schicksal nichts bekannt ist. In manchen Fällen zeigt auch der Vergleich mit der Mineralsubstanz benachbarter oder eingelagerter Tonschichten, daß in Sandsteinen vorkommender Kaolinit im Porenraum entstanden ist. So enthält z. B. der Lias-oe-Sandstein des Erdölfeldes Eldingen bei Celle als einziges Tonmineral Kaolinit, während die zahlreichen eingeschalteten Tone, die die Natur des angelieferten klastischen Materials aufzeigen, vorwiegend aus Glimmer bestehen.

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